Pentabug

von rhoio

Der Pentabug vom Chaos Computer Club Dresden ist etwas für ältere Kinder. Jüngere können mit dem fertigen Tierchen durchaus auch Spass haben, aber da müssen dann Mama oder Papa löten.

Der Zusammenbau ging nach Beipackzettel problemlos. Beigefügte Batterien eingelegt, eingeschaltet, und dann erstmal: Nix. Schließlich fiel mir der kleine Jumper auf, der nicht in der Anleitung erwähnt war, den man aber noch aufstecken muss, damit der Bug funktioniert (aktualisierter Anleitungsflyer hier). Leider bringt das aufgeflashte Defaultprogramm die schönste Eigenschaft des Pentabug nicht zur Geltung: Der Vibrationsmotor bewegt sich nur solange man den rechten Taster gedrückt hält. Der Käfer krabbelt also erstmal nicht eigenständig über den Tisch. Das ist natürlich ein prima Anreiz, sich mit der Programmierung des Pentabug zu beschäftigen, für uns war an dieser Stelle erstmal Warten angesagt, bis der Postbote den bestellten ISP-Programmer gebracht hatte.

Sobald der da war, ging es nach ein paar Tagen weiter: Die mitgelieferten Beispiel-Apps lassen sich auch ohne viel C-Kenntnisse gut modifizieren. Man kann die zwei grünen Leuchtdioden blinken, den Summer kleine Melodien spielen und mit dem Vibrationsmotor den Käfer über den Tisch krabbeln lassen. Steuern lässt sich der Pentaub über den Lauschmodus des Summers, der auf laute Geräusche reagiert, den eingebauten Infrarot-Empfänger oder einfach die zwei Taster. Für Kinder, die sich eigenständig ohne Programmierwissen am Pentabug versuchen, ist es allerdings schade, dass keinerlei Einsteigerdokumentation mitgeliefert wird. Um eine Übersicht über die Library-Funktionen zu bekommen, muss man sich durch den Quellcode wühlen, der ebenfalls anfängerfreundlicher kommentiert sein könnte.

Im Makefile mussten wir für unseren ISP-Programmer das Device anpassen, dann lief der Bug mit dem ersten Testprogramm: Auf ein lautes Geräusch hin schaltet sich der Motor ein und der Bug bewegt sich damit über den Tisch. Kind 2 fand schnell heraus, dass der Bug am besten reagiert, wenn man mit einer Brio-Eisenbahnschiene knapp neben dem Bug auf den Tisch haut. Um Bug, Tisch und Brio-Schienen zu schonen, schnell neue Software aufgespielt, die auf Tasterdruck den Motor anschaltet. Das fand Kind 2 nun wiederum höchst irritierend und schlug weiter mit Schienen auf den Tisch. Merke: Mikrokontroller lassen sich leichter umprogrammieren als Zweijährige.

Fazit: Wir hatten großen Spass mit dem Tierchen, Kind 2 ist begeistert davon. Kind 1 fand ihn auch ganz nett. Der zweite Bausatz, den ich vom 30C3 mitgenommen habe, wird erstmal noch ein paar Jahre in der Elektronik-Kiste verschwinden, bis die Kinder alt genug sind, ihn selbst zusammenzulöten. Mit Pentabug Nr. 1 haben wir hingegen in nächster Zeit noch einiges vor…

Wer auch so einen Käfer will, wende sich an den Chaos Computer Club Dresden. Regelmäßig finden auch auf Konferenzen Workshops statt, bei denen Kinder den Bug unter Anleitung zusammenlöten können.

pentabug

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